Keine Musik für den Krieg

Jedes Jahr findet in der Fürther Stadthalle auf Einladung des VDK ein Konzert des Bundeswehr-Musikkorps statt. Gegen diese Veranstaltung haben wir protestiert.

Gerade der VDK sollte keine Bundeswehr-Musik sondern Musik für den Frieden veranstalten. Er versteht sich in seiner Selbstbeschreibung als Verband für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Musik sollte Menschen verbinden und nicht zum Krieg trommeln. Die Militärkapellen aller Armeen tun aber genau das, sie rufen zur Schlacht und geben den Takt für den Kampf. Deshalb protestieren wir dagegen, dass der VDK zu einem Konzert mit einer
Bundeswehrkapelle einlädt.

Zu unserer Belehrung bekamen wir eines unserer Flugblätter zurück, versehen mit dem geistreichen Kommentar „Böse Menschen haben keine Lieder“. Schon klar, die, die damals das Horst-Wessel-Lied gesungen haben, waren ja auch alle nett…

Das Briefchen erreichte uns anonym, so dass wir nicht drauf antworten konnten. Sagen wirs mal so: Wenn böse Menschen – vielleicht oder vielleicht nicht – Lieder haben, so haben feige Menschen zumindest auf jeden Fall keinen Absender.

Volkstrauertag

Am Volkstrauertag haben wir zusammen mit der DFG-VK die offizielle Veranstaltung durch einen Blumenstock für die Deserteure und WiderstandskämpferInnen ergänzt. Es wurde kein Kranz niedergelegt, sondern eine Schneerose im Topf an das Denkmal gestellt.

Die Schneerose steht im Christentum als Symbol für Hoffnung, da sie blüht, wenn alles kalt und gefroren ist, und das ist auch ein gutes Symbol für den Widerstand gegen Krieg und Faschismus.

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Ein Transparent mit einem Gedichtauszug aus Erich Kästners „Stimmen aus dem Massengrab“ begleitete die Veranstaltung.

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Infostand für Abrüsten statt Aufrüsten

Am 2.11. haben wir Unterschriften gesammelt für Abrüsten statt Aufrüsten.

Begleitet wurde das Sammeln von Friedens-Gedichten, die wir aus Copyright-Gründen leider nicht abdrucken können. Fürs Friedensforum sprach Marion Denk:

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

Während wir hier stehen und Unterschriften sammeln, läuft in Norwegen das Manöver Trident Juncture. Die Bundeswehr ist mit dem zweitgrößten Truppenkontingent ganz vorn dabei. An der Grenze zu Russland proben sie den nächsten Krieg und verpulvern dabei ungefähr 90 Mio €, Steuergelder, die wir dringend woanders brauchen könnten.

In diesen Tagen verhandelt der Bundestag über den neuen Haushalt, in dem eine Aufstockung des Wehretats um fast viereinhalb Milliarden Euro geplant ist. Das ist die höchste Ausgabensteigerung seit Ende des Kalten Krieges. Längerfristig soll der Etat der Bundeswehr sogar bis auf 85 Milliarden Euro steigen. Das wären 25% des gesamten Bundeshaushaltes. Das muss man sich einmal richtig klarmachen: Ein Viertel des Bundeshaushaltes, und damit auch ein Viertel von allen Steuern, die wir, die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes, bezahlen, soll für Rüstung ausgegeben werden.

Mit diesen 25% des Bundeshaushaltes könnten wir die dringend benötigten Sozialwohnungen bauen, oder das Rentenloch stopfen und Hartz IV aufstocken, viele Pflegekräfte einstellen und die maroden Schulen sanieren. Den ÖPNV kostenlos machen würde gerade mal 13 Milliarden kosten, da wäre dann noch eine ganze Menge übrig. Wir könnten uns also richtig was leisten, wenn wir endlich abrüsten würden.

Im glücklicheren Fall ist das Geld, das uns an anderer Stelle so dringend fehlt, zum Fenster hinausgeworfen, im schlimmsten Fall finanzieren wir damit unseren eigenen Untergang, und den der restlichen Menschheit gleich mit. Denn auch wenn es mittlerweile gern behauptet wird, ein Atomkrieg ist nicht zu gewinnen, er führt zu unvorstellbaren Qualen und schließlich zum Ende allen Lebens auf der Erde, das höher entwickelt ist als Kakerlaken und Bakterien. Oder wie man es früher klar und deutlich sagte: Die Lebenden werden die Toten beneiden.

Dieser Wahnsinn wird uns als Schutz verkauft, aber es ist kein Schutz, sondern die Gier von einigen wenigen, die jedes Maß und jede Vernunft vergessen haben, die für kurzfristigen Profit das Leben von allen opfern würden, selbst ihres und das ihrer Familien. Die sich einreden, dass sie davonkommen oder denen es schlicht egal ist. Was in solchen Menschen vorgeht, kann man sich gar nicht vorstellen.

Rüstung, das ist bestenfalls Produktion für die Mülltonne. Für jede nicht geschossene Patrone, für jede Rakete, die unbenutzt verschrottet wird, können wir dankbar sein. Aber Rüstung tötet auch ohne Krieg. Man schätzt die notwendige Summe, um den Hunger auf der ganzen Welt zu bekämpfen, auf ca. 30 Milliarden Dollar. Das ist in etwa die Summe, um die der deutsche Rüstungsetat schließlich erhöht werden soll. 

Aber wozu brauchen wir diese Erhöhung? Wir müssen uns  nicht verteidigen, uns will niemand angreifen. Die Sorgen der Russen sind allerdings berechtigt, da sich die Nato immer mehr nach Osten ausdehnt und an den russischen Grenzen immer lauter mit dem Säbel rasselt. Es macht ihnen Angst, dass in den USA offen darüber nachgedacht wird, Russland anzugreifen. Wir täten gut daran, den USA die Gefolgschaft aufzukündigen, abzurüsten und uns weltweit für den Frieden einzusetzen.

Deutschland muss den USA widersprechen, wenn sie aus dem INF – Vertrag aussteigen wollen. Deutschland muss das Atomwaffenverbot unterschreiben, Bündnisse für den Frieden schließen und sofort jeglichen Waffenhandel stoppen. Deutschland hat die Welt mit zwei fürchterlichen Kriegen überzogen und ist aktuell an vielen Kriegen und Konflikten beteiligt, aktiv oder durch Waffenlieferungen. Damit müssen wir aufhören. Wir haben schon genug Schreckliches angerichtet, die Kriegsmaschine muss gestoppt werden. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen, dann werden uns andere folgen!

Machen sie mit, unterschreiben sie gegen Rüstungserhöhung, engagieren sie sich gegen diese Zerstörung. Denn von deutschem Boden muss Frieden ausgehen!

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Margareta beim Gedichte lesen

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(Bilder: © Michael Stelter)

1.9. 2018 Antikriegstag

Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal als Friedensforum beim Antikriegstag dabei.

Es sprachen SPD-Stadtrat Rudi Lindner, der den Antikriegstag auch dieses Jahr wieder organisiert hat, für das Friedensforum Marion Denk (Rede hier) und für Attac Jürgen Baran (Rede hier)

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