Offene Briefe an den Bundeskanzler

Nun bekommt die Ukraine also doch schwere Waffen aus Deutschland. Wir sind alle entsetzt. Statt auf Verhandlungen zu drängen wird der Krieg noch angefeuert. Immer vorwärts in den dritten Weltkrieg.

Als Reaktion darauf haben wir hier zwei Entwürfe für offene Briefe an den Bundeskanzler. Einfach einen kopieren und abschicken an  poststelle@bk.bund.de und/oder olaf.scholz@bundestag.de . Es gibt auch ein Kontaktformular:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/kontakt/kontaktformular

Erster Brief

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

wie heute in den Medien zu hören war, weichen Sie jetzt doch von Ihrer Linie ab, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Das erschüttert mich schwer! Sie waren lange Zeit unsere Hoffnung, weil Sie trotz der vielen anderen Stimmen konsequent bei Ihrer ablehnenden Haltung geblieben waren. Nun der Umschwung. Warum? Sie wissen, dass schwere Waffen den Krieg nicht schnell beenden werden, sondern ihn vielmehr unendlich in die Länge ziehen. Oder aber, dass das passiert, was keinesfalls passieren darf, dass Putin seine Atomwaffen auspackt und anwendet. Dann bleibt nicht mehr viel übrig von Europa.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Scholz, bitte überdenken Sie die Entscheidung noch einmal und machen Sie sie rückgängig. Sammeln Sie andere besonnene Regierungschefs um sich und starten Sie gemeinsam eine Initiative für einen Waffenstillstand. Verhandeln ist die einzig sinnvolle Perspektive, die einzige Möglichkeit, eine Lösung zu finden, bei der beide Seiten Ihr Gesicht wahren können und die Sicherheit ermöglicht.

Mit freundlichen und auch angstvollen Grüßen

Zweiter Brief

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

die Nachrichten des heutigen Tages aus Ramstein machen mir Angst. Ich verstehe sie als einen großen Schritt hin zum 3. Weltkrieg.

Ich stelle hiermit fest – Diese Eskalation und die damit verbundenen Waffenlieferungen finden nicht in meinem Namen statt.

Jede zusätzliche Waffe kostet weitere Menschenleben.
Jede zusätzliche Waffe – auch aus Nato-Ländern – befeuert und verlängert den Konflikt.
Damit zieht die lokale Katastrophe immer weitere Länder in den Strudel von Aufruhr und Gewalt
=> durch Hungersnöte in Ländern, die von Weizen aus Russland und der Ukraine abhängig sind
=> durch Umweltschäden und Beschleunigung der Klimakatastrophe
=> durch den folgenden Zusammenbruch von Wirtschaftskreisläufen weit über die Ukraine und Russland hinaus
=> durch steigende Zahlen von Menschen, die aufgrund dieser „Kollateralschäden“ in die Flucht getrieben werden
=> durch soziale Probleme – auch in Deutschland – wegen ungebremster Rüstungsausgaben und der erwartbaren Rezession.

Ich bitte Sie und die Bundesregierung inständig, finden Sie den Weg zurück zu Verhandlungen!
Überzeugen Sie andere besonnene Politiker*innen unter unseren Verbündeten, einen Weg der Diplomatie zu gehen.
Tun Sie das für die Menschen in der Ukraine, in Russland und in der ganzen Welt.
Ich bitte Sie dazu – um Gottes Willen – im Namen der Humanität.

Mit freundlichen und noch hoffnungsvollen Grüßen

Natürlich könnt Ihr auch einen eigenen Text schreiben.

Gerne auch an

fraktion@cducsu.de

frakmail@spdfraktion.de

dialog@fdpbt.de

info@gruene-bundestag.de

fraktion@linksfraktion.de

 

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